ARS Electronica 2007 - Goodbye Privacy
| What | Convention |
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| When |
Sep 05, 2007 12:00 AM
to Sep 11, 2007 11:55 PM |
| Where | Linz, AT |
| Contact Name | Ars Electronica Linz GmbH |
| Contact Email | info |
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Mobile and Ubiquitous – nicht mehr bloß hier und jetzt, sondern zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort präsent zu sein – diese schon lange und mit großer Euphorie in neue Technologien projizierte Sehnsucht ist manifeste Realität unserer Zeit geworden, gewoben aus einem Netz, in dem jeder Teilnehmer ein Knoten ist, jeder Ausgang auch ein Eingang und jeder Empfänger auch Sender. Zu jeder Zeit, an jedem Ort können wir telematisch in Aktion treten, können jeden erreichen und sind für jeden erreichbar. Mithilfe unserer Avatare, Blogs und Tags nehmen wir digitale Gestalt an und legen uns mehr oder weniger fantasievolle Second Identities zu. In rasendem Tempo entstehen gänzlich neue Formen von Öffentlichkeit mit neuen Spielregeln und (manchmal auch) neuen Hierarchien. Doch nicht nur Technologie, Information und Kommunikation sind omnipräsent geworden, sondern vielmehr wir selbst: zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort aufspürbar, auf wenige Meter genau lokalisierbar durch die digitale Signatur unserer Handys, klassifizierbar durch die umfassenden Persönlichkeitsprofile, die wir nichts ahnend auf all unseren digitalen Ausflügen hinterlassen. Unter diesen Vorzeichen vollzieht sich eine weit reichende Neupositionierung und -bewertung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutungen von Öffentlichkeit und Privatheit.
In der für Ars Electronica so typischen Art wird sich diese Recherche in Form von Symposien, Ausstellungen, Performances und Interventionen über die Konferenz- und Ausstellungsräume hinaus in die ganze Stadt ausbreiten.
KünstlerInnen, erfahrene Netzwerk-NomadInnen, TheoretikerInnen, aber auch TechnologInnen und RechtsexpertInnen werden die Themenstellung aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten:
- Was können wir dem Eindringen der Kontrollund Überwachungstechnologien entgegensetzen?
- Wie lässt sich aus den neuen kulturellen Paradigmen der Web 2.0-Communities eine soziale Dynamik generieren, die auch in der realen Welt Relevanz entfalten kann?
- Wie können wir den individuellen Kontrollverlust über unsere digitale Persona verhindern?
- Wie sehen die neuen Strategien zur Schaffung von Privatsphäre in der transparenten Welt der digitalen Medien aus?
- Können wir die vorkonfigurierten virtuellen Öffentlichkeiten der Entertainment-Industrie aufbrechen und selbst gestalten?
- Wie können wir die gesamte kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaften in diese neu entstehenden sozialen und öffentlichen Räume tragen?
Doch nicht nur die Tiefe und hohe Auflösung dieser digitalen Durchleuchtung ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, sondern auch die Tatsache, dass der Zugang zu den notwendigen Technologien und gesammelten Daten immer mehr aus der Domäne der offiziellen, staatlichen Autorität in kommerzielle und individuelle Interessenslagen verschoben wird.
Und so finden wir uns in einer eigenartigen Ambivalenz wieder: Selbstdarstellung, Inszenierung des eigenen Image ist die Devise. Mach dich öffentlich, feature dich selbst oder du bist raus aus dem Spiel. Die Individualisierung und Personalisierung der Online-Medien war einst die Gegenwelt zur Öffentlichkeits- Gleichschaltung der elektronischen Massenmedien.
Im Zeitalter von Second Life, MySpace and YouTube ist Individualisierung nun Mainstream, und die Suche nach dem nächsten Upgrade geht los, nach dem, was uns nach dem Selbstdarstellungshype der Web 2.0 Epoche erwartet.Wenn man die Sackgasse der reinen Verweigerungshaltung einmal ausnimmt und nach adäquaten Formen einer Subkultur sucht, wird es spannend: Die digitale Revolution ist uns mittlerweile ganz vertraut, aber wie wird die digitale Rebellion aussehen?
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