Ästhetische Regime um 1800
| What | Convention |
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| When |
May 24, 2007 12:00 AM
to May 25, 2007 11:55 PM |
| Where | Bonn, |
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Konferenz des Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs "Medien und kulturelle Kommunikation" (SFB/FK 247) Teilprojekt C9
Die diskurs- und machtanalytischen Gegengeschichten der modernen Ästhetik haben sich weitgehend damit begnügt, den Beitrag der Theorien der Einbildungskraft und der genialen Schöpfung für den neuen aus Reformern, Pädagogen, Dichtern und Psychologen bestehenden politischen Verbund um 1800 zu bestimmen, dem es nicht mehr genügt, die Untertanen zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit anzuhalten, sondern der das Einschreiben der Gesetze - über Lektüren und Interpretationen - ins Unbewußte verlangt und auf diese Weise die Menschenfassung des Subjekts hervorbringt. Das Ästhetische gelangt aus dieser Perspektive als jene mediale Technik in den Blick, die "den Boden der Innerlichkeit im Subjekte" begründet und "rein macht", wie Hegel sagt. Die Prominenz des Ästhetischen läßt sich aber nicht auf die politische Kunstdoktrin Schillers reduzieren, dessen Programm einer ästhetischen Erziehung der Kunst einen provisorischen medialen Ort im Schein des ästhetischen Staates gibt, sondern reagiert auf die Temporalisierung der sozialen Verhältnisse um 1800. Unter diesen Bedingungen geben die Ästhetikdiskurse jeden Objektbezug auf und entwickeln eine Theorie der Medialität, die im Ereignishaften operiert. Dieser Zusammenhang kann unter Rückgriff auf Überlegungen der Gesellschaftstheorie Niklas Luhmanns plausibilisiert werden, hilfreicher ist aber möglicherweise Michel Foucaults Analyse der Funktion der sogenannten "Phänopolitik" um 1800, die von Interessen und ihrer Steuerung ausgeht, aber jeden Durchgriff auf die Dinge an sich (Land, Leute) vermeidet. Die Konferenz befaßt sich deshalb mit dem Beitrag der Ästhetikdiskurse und der ihnen entsprechenden sozialen Praktiken für die Erzeugung von "imagined communities". Jacques Rancières Hinweis auf die Bedeutung der "micro-événements sensibles", die sich der alten Logik der Verkettung von "ctions volontaires" entgegensetzt, soll aufgegriffen werden, um die Spezifik der Stasis-Effekte (Stasis auf der Ebene des Ereignishaften und der Kontingenz) zu klären, auf die es von nun an ankommt. Die Differenz zwischen den Dingen, die zur Kunst, und denen, die zum Alltagsleben gehören, verwischt sich. Das Kleine (to mikron), das Gewöhnliche, das Beliebige kommt als Ausgangspunkt der Bildung politischer Einstellungen, Handlungen und Unternehmungen in Betracht. Dieser Fragestellung soll unter den folgenden Sektionen nachgegangen werden: I. Phänopolitik und Mikrophysik: Regierungskünste - II. Der leere Platz des Königs: Geschichtsschreibung - III. Die Instituierung des Beobachters: Selbstreferenz.
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