Gesprächsraum: Kunstsprache - Plötzlich diese Übersicht. Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht
| What | Lecture |
|---|---|
| When |
Sep 21, 2007 from 02:00 pm to 08:00 pm |
| Where | Kassel, DE |
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Das Projekt „Kunst – Sprache – Öffentlichkeit. Kommunikationsraum documenta 12“ soll beispielhaft illustrieren, welche Rolle die germanistische Sprachwissenschaft bei der Analyse von Texten und Diskursen für die Öffentlichkeit und bei der Vermittlung eines Themas in die Öffentlichkeit spielen kann. Bezugspunkt ist die documenta 12, die vom 16.6. bis 23.9.2007 in Kassel stattfindet.
Die Organisatoren der documenta 12 des Jahres 2007 haben im Vorfeld zu einer intensiven Diskussion über die künstlerischen Leitlinien der Ausstellung aufgefordert und über 80 deutsche und internationale Redaktionen von Zeitschriften und anderen Medien zur Teilnahme gewonnen. Damit versteht sich die documenta selbst als ein globaler Kommunikationsraum, der sich maßgeblich in und durch Sprache konstituiert. In diesem Raum werden von unterschiedlichen Akteuren (Organisatoren, Künstlern, Journalisten, interessierten Bürgern) Meinungen, Überzeugungen und Bewertungen formuliert, die Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung und Beurteilung der künstlerischen Arbeiten haben. Dabei ist es erklärtes Ziel der Organisatoren, die künstlerischen Anliegen einer größeren Öffentlichkeit erfolgreich zu vermitteln, auch hier wieder vor allem durch schriftliche und mündliche Texte (Begleittexte, Führungen etc.).
An dieser Stelle setzt das Projekt an. Unter Mitarbeit von Studierenden der Universität Kassel soll mit Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft zunächst zweierlei erreicht werden:
1. eine Analyse der zugrunde liegenden Begriffssysteme (semantische Felder, Leitbegriffe, Stigmabegriffe, stilistische Nuancierungen usw.) und Formen der Argumentation (argumentative Topoi, kausal begründete vs. assoziative Schlussformen usw.), um die expliziten und impliziten Aussagen, d.h. auch das nur Angedeutete und indirekt Mitgemeinte im documenta-Diskurs zu erschließen;
2. eine Untersuchung der Formen und des Erfolgs der sprachlichen Vermittlung der künstlerischen Anliegen der documenta in die Öffentlichkeit, unter anderem durch eine Erhebung mittels Fragebögen unter Ausstellungsbesuchern.
Ausstellungsbegleitend sucht das Projekt den Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit. Eines der Formate hierfür ist das Teilprojekt „Gesprächsraum: Kunstsprache“.
Mit der Organisation einer Dialogreihe in Form eines Gesprächsraums in der Documenta-Halle zum Thema „Sprache – Kunst – Öffentlichkeit“ erhalten Ausstellungsbesucher und kunstinteressierte Bürger Gelegenheit, mit Experten über die Sprache der Ausstellung und des Kunstbetriebs zu sprechen. Die Form ist eine fluktuierende Diskussion im Sinne des angelsächsischen Konzeptes der permanent discussion, eine Form des Gesprächs, bei der eine jederzeitige Teilnahme durch neu hinzukommende Interessenten möglich ist.
Ablauf: Im Gesprächsraum erläutern Projektmitarbeiter mit Hilfe von Posterpräsentationen Inhalte und Ergebnisse des Projekts und führen eine Besucherbefragung zur Rolle der Sprache auf der documenta 12 durch. Zwischen 16:00 Uhr und 19:00 Uhr ist ein Experte anwesend.
Experten:
21.9.2007: Jörg Heiser, Co-Chefredakteur der britischen Kunstzeitschrift "frieze"; Buchveröffentlichung 2007: "Plötzlich diese Übersicht. Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht"
Daneben ist die Durchführung von Dialogtagen zum Thema „Kunst vermitteln. Die Sprache einer Ausstellung“ unter Beteiligung von Ausstellungsmachern, Journalisten, Kasseler Schulen und Ausstellungsbesuchern geplant. Termin: voraussichtlich 14., 15. und 16.9.07.
Auf diese Weise will das Projekt einen unmittelbaren Wissenstransfer von der Sprach- und Kommunikationswissenschaft zur Öffentlichkeit leisten und zugleich einen wissenschaftlich moderierten Dialog zwischen Ausstellungsmachern, Medien und Ausstellungsbesuchern ermöglichen.
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